de | fr | it | en
 
de | fr | it | en
 
© Brigitte Wolf
© Brigitte Wolf
 

Geologie und Gesteine des Binntals

Während die Mineralien nicht ganz einfach zu finden sind, können Sie die Gesteine auf Schritt und Tritt finden und studieren. Wir laden Sie herzliche ein, die Gesteinswelt des Binntals zu erkunden.

Der Gesteinserlebnisweg zwischen Fäld und der Mineraliengrube

Der in die Jahre gekommene Geolehrpfad wurde 2016 saniert und völlig neu gestaltet. Entlang des Strässchens vom Restaurant Imfäld bis zur Mineraliengrube Lengenbach werden an elf Stationen die wichtigsten Gesteine des Binntals vorgestellt. Die Strecke ist 1.25 km lang und steigt 150 Höhenmeter an. Die reine Gehzeit beträgt rund 30 Min. Am Ende des Wegs lädt der Klopfplatz vor der Mineraliengrube Lengenbach zu einem Besuch ein.

Die Tafeln richten sich an Laien und verzichten weitestgehend auf Fachbegriffe und Fachchinesisch. Jeweils ein kleiner Absatz richtet sich an die Experten. Sie sind auch eingeladen, am Lithophon aus Serpentinit-Platten, bei den Klanglöchern und bei der Lupenstation selbst aktiv zu werden und Dinge auszuprobieren.

Flyer zum Gesteinserlebnisweg

Steinwunderland Binntal - das Begleitbuch zum Gesteinserlebnisweg

Der Geologe Dr. Jürg Meyer hat nicht nur die Texte für den Gesteinserlebnisweg verfasst, sondern auch einen Begleitführer dazu geschrieben. Das handliche Büchlein ergänzt die Informationen auf den Tafeln des Themenwegs. Eine Einführung in den geologischen Bau des Binntals und ergänzende Kapitel mit spannenden Geschichten rund um die Gesteine und Mineralien runden das Ganze ab. Man erfährt zum Beispiel mehr über die Wunderwelt der Mineralklüfte, den einstigen Abbau von Erz, die seltsame Umwandlung von Gesteinen und die kleine Weltsensation am Lengenbach. Der kleine Führer kann in unserem Online-Shop bestellt werden.

Attraktive Angebote für Kinder: Steinforscher-Rucksack und Begleitheft

Im Steinforscher-Rucksack finden junge Geologinnen und Geologen eine Lupe, einen Hammer und andere nützliche Dinge, um die Gesteine und Mineralien im Binntal zu erforschen. Und sogar eine Steinbox mit je sechs Mineralien und Gesteinen aus dem Binntal gibt es im Rucksack, der für CHF 59.– in den Tourismusbüros von Binn und Ernen oder im Online-Shop gekauft werden kann.

Das zweite Heft aus der Reihe «Der Schlaue Fuchs» nimmt Kinder und Jugendlich in die Welt der Mineralien und Gesteine mit. Das 52 Seiten dicke Begleitheft zum Steinforscher-Rucksack ist voll von Informationen, Zeichnungen, Fotos, Rätseln und Aufgaben. Die jungen Leserinnen und Leser erfahren, welche Mineralien und Gesteine im Binntal vorkommen und wie man Mineralien und Gesteine untersucht. Sie lernen auch verschiedene Lebewesen in Stein und Fels kennen. Wer das grosse Schlussrätsel löst und das Lösungswort im Parkbüro zeigt, erhält eine kleine Belohnung. Den «Schlauen Fuchs» gibt es für CHF 5.– ebenfalls in den Tourismusbüros von Binn und Ernen sowie im Online-Shop.

Der geologische Aufbau des Binntals

Die Geologie und die Gesteine bestimmen die Landschaft des Binntals. Der Talverlauf wird durch eine geologische Grenzzone bestimmt. Die unterschiedlichen Bergformen auf der Nord- und Südseite des Tales widerspiegeln die gänzlich verschiedenen Gesteine dieser Zonen.

Auf der nördlichen Talseite herrschen weiche Bergformen mit braunen, schiefrigen Gesteinen vor, die weitgehend von Weiden und alpinen Rasen bedeckt sind. Es handelt sich um grosse Massen recht monotoner, so genannter Bündnerschiefer. An der Grenze zur südlichen Talseite sind in diese Bündnerschiefer verschiedene Lagen eines weissen Gesteins eingelagert, welches in der Landschaft besonders auffällt. Dies ist der berühmte, weisse Dolomitmarmor des Binntals. Berühmt, weil er an verschiedenen Stellen Vererzungen aufweist, in denen eine weltweit einzigartige Vielfalt von seltensten Mineralien gefunden wurden.

Auf der südlichen Talseite sind die Berge steiler, es gibt viele Felswände, groben Schutt und Bergsturzblöcke. Die Gesteine sind heller und härter. Es sind Gneise und Schiefer. Vom Schwarzhorn bis zum Rothorn beim Geisspfadsee liegt nochmals ein ganz anderes Gestein vor. Es ist im frischen Bruch grün bis schwarz, mit verwitterter Oberfläche in rostigbrauner Kruste. Dies ist der Geisspfad-Serpentinit.

Beide Gesteinseinheiten gehören zur gleichen Baueinheit, welche bei der Alpenbildung als riesiger Gesteinsstapel von seiner ursprünglichen Unterlage abgeschert und als so genannte Decke um viele Kilometer auf die nördlich davon liegenden Gesteine überschoben wurde. Man nennt diese Decke Monte-Leone-Decke. Bei der Überschiebung wurden die Gesteine in eine riesige, liegende Falte gelegt. Das Binntal liegt in der Frontumbiegung dieser Falte.

All diese Prozesse liefen in grösserer Tiefe von 30-35 km ab, wo Temperaturen von 550-600 ºC herrschten. Dabei wurden die Gesteine unter grossem Druck und hohen Temperaturen umgewandelt und liegen deshalb heute samt und sonders als Umwandlungsgesteine vor (metamorphe Gesteine). Beim langsamen Aufstieg im sich hebenden Alpengebäude wurden die Gesteine mehrfach zerbrochen. In den entstehenden Spalten und Klüften konnten alle die Mineralien kristallisieren, für welche das Tal bis heute berühmt ist.

Quelle: Meyer Jürg (2017): Steinwunderland.

 
 

Unterkunft buchen

Alle Ferienwohnungen anzeigen Alle Hotels anzeigen