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Museen in Binn

Regionalmuseum

Um 1980 kaufte die Gemeinde (Burgerschaft) Binn die Dependance des Hotels «Ofenhorn». Das Parterregeschoss wurde zu einem Versammlungsort (Burgersaal) ausgebaut; das Keller- und die zwei Obergeschosse wurden als Ausstellungsräume eingerichtet.

Funde von grosser Bedeutung für ein Bergdorf

Am Anfang der Sammlung steht Gerd Graeser, der 1937 im Alter von acht Jahren erstmals ins Binntal kommt und hier seine Wahlheimat findet. Heute ist Graeser 75 Jahre alt, hat einige Tausend Gegenstände gesammelt und als Archäologe wichtige Funde gemacht, die er im Museum in Binn ausstellt. Ein Augenschein vor Ort.

Gross an der Zahl und vielfältig in ihrer Thematik sind die Gegenstände der volkskundlichen Sammlung: Die Ausstattung eines alten Hotelzimmers und die Werkzeuge des Kristallsuchers, Geräte des Bauern und Schreibgarnituren aus Giltstein (Lavez), zusammenlegbare Gewehre von Wilderern und ein seltener Bandwebstuhl – die Sammlung umfasst Handwerke, Landwirtschaft, frühen Tourismus, Abbau von Bodenschätzen, Transport im Gebirge und so weiter. Vor allem ist jeweils nicht nur ein einziger Gegenstand zum Thema zu sehen, sondern ganze Werkstätten sind komplett erhalten oder ganze Serien werden ausgestellt, beispielsweise vom einfachsten Steigeisen aus der Zeit um 1800, aus einem Metallbarren grob ausgeschmiedet, bis hin zu den verfeinerten Modellen, die um 1920 als neueste Errungenschaft in Bergsteigerkreisen beliebt waren.

Beachtung weit über die Region hinaus verdienen aber die archäologischen Funde: Bereits 1883 wurden beim Bau des Hotels Ofenhorn unmittelbar neben dem heutigen Museum Gräber mit Beigaben entdeckt. Die meisten Funde machte Gerd Graeser seit den 1960er Jahren. Eine beeindruckende Auswahl von Keramiken, Waffen, Schmuck, Kristallen und so weiter ist ausgestellt; die meisten stammen aus den vier Jahrhunderten vor und nach Christus (spätere Eisenzeit ab ca. 450 n.Chr. bis weit in die röm. Epoche hinein). Auch hier erstaunt die Vielfalt und die Menge an Material – vor allem in diesem abgelegen erscheinenden Tal. Derart reiche Funde an einem Ort sind im Alpenraum selten; sie zeugen von der Bedeutung dieses Ortes am Fusse des Albrunpasses, eines damals offenbar beliebten Überganges nach Italien.

Ebenfalls in der Museumsausstellung präsentiert werden Objekte aus der Schulmedizin und aus der Volksmedizin; sie reichen vom Votivgegenstand über historische Verpackungen von Pharmazeutica bis hin zu Gegenständen aus dem Veterinärwesen. Andere Bereiche aus dem Fundus des Sammlers mit Leib und Seele – etwa Kinderspielzeuge, Waffen oder Stiche – sind in der permanent gezeigten Ausstellung des Regionalmuseums aus Platzgründen nicht vertreten.